Tasteninstrument

Abgesprochen? Gleich drei herrliche Klavier/Piano-Alben für einen langsamen und klimpernden Herbst. Erstens Keith Kenniff als Goldmund auf Type mit «The Malady Of Elegance». Zweitens Hauschka mit «Ferndorf» auf Fatcat. Drittens – und der ist uns neu – Henning Schmiedt mit «Klavierraum» auf dem japanischen Label Flaü. Dabei ist es toll zu hören, wie verschieden die drei ihre Sache angehen. Goldmund geht so nahe ran an sein Instrument, dass man die Mechanik mithört. Gleichzeitig lässt er sich beeindruckend viel Zeit beim Drücken seiner Tasten, bis kein Ende mehr in Sicht ist. Wir würden das Ganze wegen seiner Nähe gerne eine Studie nennen, wenn es nicht gleichzeitig so melancholisch schön wäre, dass diese Schublade so gar nicht mehr passen will. [de:bug meint dazu]

Hauschka ist klar der Poppigste untern den dreien, und das im besten Sinne. In Ferndorf gibt es nicht nur Tasteninstrumente, sondern auch Streicher in allen Größen. Außerdem hüpft und klimpert es insgesamt mehr, wenn auch hier letztendlich die Melancholie Bürgermeister ist. Trotzdem gibt es viele eindeutig fröhliche Momente, in denen es klappert, surrt und kratzt wie in einer gut funktionierenden Insektenstadt.

Bei Henning Schmiedt geht es wieder klassischer zu, was das Piano angeht. Gleichzeitig lässt er aber auch der Elektronik mehr Raum. In jedem Fall scheint das cleaner als bei den Kollegen. In Schmiedts Klavierraum ist es heller und glitzernder, aber nur selten klinisch. Auch schön.