Ricardo Villalobos - Vasco
Heute Musik. Endlich. In einer kleinen, aber mächtigen Portion. Denn: Richardo Villalobos hat weiter gestrickt – an seinem Mythos und an seiner Version von schiefem, tiefem 4/4-Sound. Erschienen ist auf Perlon eine EP mit zwei Tracks von ihm plus zwei Remixen, einer Revanche von Shackleton und einer Version mit San Proper [Ricardo Villalobos - Vasco EP Part 1]. Und – Überraschung – es sind vier Monster geworden.
Das erste Ungetüm, «Minimoonstar», will vielleicht schon mit seinem Namen genau darauf aufmerksam machen. Egal, denn beim Hören wird klar, dass da einiges los geht. Nämlich vertrackte und taumelnde Drums, süße Strings und eine treibende Snares, die den wabernden Haufen Melodie nach vorne schickt. All das spielt sich wieder ganz weit unten ab und wird gleichzeitig durchzuckt von einem Jazzgroove, der dem Träumen das wackeln lehrt.
«Electronic Water», der zweite Track von Villalobos selbst, ist in vielem genauso eingegraben, aber unverschämter und, wie wir finden, noch besser. Lange haut eine ausgefranste Snare auf die Geister-Melodie ein, die immer voller und fast hoffnungsvoll wird, bis der Track dann am Ende nochmal anzieht und vom Kopf in die Knie fährt. Der Shackleton-Remix ist ein verspulter Dub-Spaß mit den mächtigen, aber bekannten Waffen der Skull Disco. Auch der zweite Remix ist dubby und klassisch, scheint aber ein bisschen rauszufallen.
Die Tanzflächeneignung wollen wir dem Ganzen nicht absprechen, sondern uns im Gegenteil wünschen, genau dazu einmal wackeln zu dürfen. Aber mit Funktionsmusik haben wir es hier nicht zu tun, sondern mit Killern ohne «ja fett, aber nur wenn…». Ach, und das Beste: Part 1.