American Elf
Will man eine Autobiographie schreiben, hat man sofort ein Problem, denn vollständig wird sie nie sein können. Unverzichtbare Highlights des eigenen Lebens müssen draußen bleiben, der 0. Geburtstag zum Beispiel. Was hilft, ist gezwungenermaßen auf Vollständigkeit zu verzichten und auf Belanglosigkeit auszuweichen. Fein säuberlich dokumentiert und mit Zuckerguss übergossen werden Banalitäten in diesem Sinne von James Kochalka, der schon seit 1998 täglich vier oder weniger Comicpanels vollmalt und auf seiner Seite zeigt. Gestern noch haben Medientheoretiker gewarnt vor dem Informationsmonopol der Medien, die – auf Krawall gebürstet – nur das interessiert, was nah ist oder Krach macht. Doch kein Problem: Die Medien ziehen sich schon selber aus dem Relevanzdreck. Nichts ist mehr zu unwichtig, um gebloggt, getwittert oder eben gezeichnet und veröffentlicht zu werden. Denn es ist für uns alle gut zu wissen, dass meistens nichts besonderes passiert bzw. (alternatives Ende für Eskapisten) dass alles irgendwie besonders ist.